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Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Umweltministeriums im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert.

Die Wiederansiedlung wurde mit prominenter Besetzung vorgenommen: Almut Kottwitz, Umwelt-Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, die Leiterin des Zoologischen Artenschutzes Dr. Sandra Balzer vom Bundesamt für Naturschutz, der Landrat Jörg Farr, Dr. Michael Behrndt der Niedersächsischen Landesforsten, Torsten Honkisch als Vertreter der Norddeutschen Naturstein AG, Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen und Christian Grolig vom Verband entließen junge Gelbbauchunken und Kaulquappen in geeignete Gewässer innerhalb eines weitgehend stillgelegten Steinbruchgeländes. Dieses befindet sich im ehemaligen Verbreitungsgebiet der Gelbbauchunke. Der NABU bedankte sich bei seinen Kooperationspartnern und Unterstützern.

„Das ist ein weiterer Meilenstein für den Naturschutz, der hier im Landkreis Schaumburg erreicht werden konnte“, zeigte sich Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen, begeistert. „Die Wiederansiedlung ist ein Lückenschluss im ursprünglichen Verbreitungsgebiet der Gelbbauchunke. Denn es geht nicht darum Refugien, sondern ein Netz von geeigneten Lebensräumen für die Gelbbauchunke zu schaffen.“

„Ich freue mich, dass wir zur Wiederansiedlung der Gelbbauchunke beitragen können. Es geht hierbei nicht nur um den ‚Lurch des Jahres 2014‘, sondern um eine Leitart des Artenschutzes, die hier an ihrer nördlichen Verbreitungsgrenze lebt und vom Aussterben bedroht ist“, stimmte die Umwelt-Staatssekretärin Almut Kottwitz ein, „diese offenen Lebensräume können durch ein an die Arten angepasstes Management zu ‚Hotspots‘ der Artenvielfalt entwickelt werden. Wir sind begeistert, dass ein wichtiger Teil des Gelbbauchunken-Projektes in Niedersachsen umgesetzt wird und dieses auch finanziell von Seiten des Ministeriums unterstützt werden kann!“

„Die ursprünglichen Lebensräume der Gelbbauchunke sind in Deutschland weitestgehend zerstört, daher kommt dem Erhalt ihrer Sekundärlebensräume eine große Bedeutung zu. Diese ermöglichen der Spezies dort langfristig überlebensfähige Populationen zu entwickeln“, sagte Dr. Sandra Balzer vom Bundesamt für Naturschutz. „Ich bin überzeugt, dass dieser Ort gut geeignet ist, dass sich die Gelbbauchunke hier langfristig etablieren kann!“, so Sandra Balzer weiter. „In Zukunft sollten weitere ehemalige Abbaustätten wie diese für den Natur- und Artenschutz vorbehalten werden, denn diese können einen erheblichen Beitrag für den Erhalt unserer Biodiversität im Sinne der Nationalen Biodiversitätsstrategie leisten!“

Dr. Michael Behrndt repräsentierte den Flächeneigentümer, die Niedersächsischen Landesforsten, und bemerkte „Das Gelbbauchunkenprojekt ist ein weiteres Praxisbeispiel für die erfolgreiche Kooperation der Niedersächsischen Landesforsten mit dem NABU. Es gibt Grundbesitzer, die träumen davon, eine solch besondere und seltene Art wie die Gelbbauchunke auf ihren Flächen zu finden. Wir sind froh mit der Bereitstellung von Flächen aktiv am Projekt mitwirken und mit der Wiederansiedlung ein lokales Aussterbeereignis aus dem letzten Jahrhundert kompensieren zu können.“

„Der Natur- und Artenschutz gehört heutzutage für die Norddeutsche Naturstein GmbH zum Geschäftsalltag, wie die Rohstoffgewinnung selbst“, sagte der Leiter der Bergbauplanung der Basalt AG, Torsten Honkisch. „Der Abschluss der Kooperationsvereinbarung ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem NABU. Wir freuen uns, dass wir durch unsere Unterstützung direkt dazu beitragen können die Gelbbauchunkenvorkommen im Weserbergland zu stärken.“

Christian Grolig, Geschäftsführer Rohstoffe und Umwelt des vero bekräftigte die Wichtigkeit dieses Großprojekts als Praxisbeispiel für die schon im Jahr 2010 geschlossene Erklärung zur Rohstoffnutzung in Niedersachsen zwischen dem Wirtschaftsverband Baustoffe-Naturstein e.V. – heute vero Verband der Bau- und Rohstoffindustrie e.V. – und dem NABU Niedersachsen.

Rohstoffgewinnung und Naturschutz schließen sich nicht gegenseitig aus, die stetige Dynamik und die dadurch entstehenden Kleingewässer zeigen am Beispiel der Gelbbauchunke, wie hier eine Win-win-Situation entstehen kann. Wie die Gewinnung der Rohstoffe ist auch der Natur- und Artenschutz unverzichtbar! Wir sind von der Wichtigkeit und Notwendigkeit des Projekts überzeugt und freuen uns, darin als Vermittler mitwirken zu können! Wir wünschen dem Projektteam um Frau Dr. Miriam Nadjafzadeh und allen Akteuren vor Ort weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen“, setzte Christian Grolig den Schlusspunkt der Redebeiträge.

Nach den Grußwörtern konnten die Vortragenden zur Tat schreiten und siedelten Gelbbauchunken und Kaulquappen in geeigneten Tümpeln an. Die Tiere mit genetischem Ursprung im Nördlichen Weserbergland wurden vorher in Terrarien vermehrt und herangezogen. „Wir siedeln hauptsächlich Kaulquappen an, da diese so die Möglichkeit haben, sich an ihren Lebensraum zu gewöhnen und satt zu fressen. Denn je größer die Kaulquappe, desto größer ist das Jungtier nach der Metamorphose. Größere Jungtiere können wiederum größere Nahrung bewältigen“, so Dr. Holger Buschmann NABU-Landesvorsitzender. Das steigert die Überlebenswahrscheinlichkeit der jungen Gelbbauchunken.

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