Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Verbandes,
in diesen Zeiten der Krise heißt es zusammenzustehen!
Gemeinsam können wir einiges erreichen, wie gerade auch das vergangene Jahr gezeigt hat.
Eine gemeinsame Erklärung zusammen mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung, die einerseits eine im Koalitionsvertrag festgelegte „Rohstoffabgabe auf Kiese und Sande“ verhindert hat und andererseits die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Rohstoff- und Recyclingunternehmen verbessert, ist ein Beispiel hierfür.
In Hessen erhält auf Initiative des Verbandes das „Bannwaldgesetz“ eine Öffnungsklausel, sodass es hier jetzt zur Einzelfallprüfung bei Gewinnungsvorhaben kommen kann.
Und nicht zuletzt begleiten wir unsere Unternehmen in Genehmigungsverfahren und konnten in diesem Jahr das erste „integrierte Projekt“ bei einem Steinbruch umsetzen.
Dies sind nur wenige Beispiele von vielen, die aufzeigen, dass wir als Gemeinschaft etwas erreichen können.
Von staatlicher Seite erwarten wir ordentliche Rahmenbedingungen.
Dies bedeutet, die Energiekosten durch Erhöhung der Angebotsseite gerade auch heimischer Energieträger zu senken und die versprochenen Investitionen in die Verkehrs- und Wohnbauinfrastruktur auch zu tätigen.
Weiterhin werden wir auch im Gespräch mit unseren Tarifpartnern und den Umweltverbänden versuchen, bestmögliche Perspektiven für unsere Branche zu erreichen.
Lassen Sie uns zusammenhalten! Gemeinsam sind wir stark!
Herzlichst,
Christian Strunk & Raimo Benger
Nach mehrjährigem Abschwung setzte im Jahr 2025 eine leichte Erholung der deutschen Wirtschaft ein. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um +0,2 %.
Diese Entwicklung ist insbesondere auf eine moderat gestiegene binnenwirtschaftliche Nachfrage zurückzuführen, getragen sowohl von privaten Haushalten als auch vom Staat. Ausschlaggebend waren dabei Einkommenszuwächse und eine rückläufige Inflation sowie erhöhte staatliche Ausgaben, insbesondere in den Bereichen Rüstung und Infrastruktur.
Demgegenüber setzte sich die rückläufige Entwicklung der exportorientierten Industrie fort, maßgeblich beeinflusst durch anhaltende geopolitische Unsicherheiten und handelspolitische Spannungen. Zudem wirkten weiterhin hohe Baupreise dämpfend auf die Baukonjunktur, insbesondere im Hochbau und im Ausbaugewerbe.
Positiv entwickelte sich hingegen der Dienstleistungssektor, vor allem in den Bereichen öffentliche Verwaltung, Erziehung und Gesundheit. Insgesamt führten diese gegenläufigen Entwicklungen zu einer weitgehend stagnierenden wirtschaftlichen Gesamtentwicklung.
Im Jahr 2025 wurde die Verbändegemeinschaft des Verbandes der Bau- und Rohstoffindustrie e.V. (vero) erweitert: Der Fachverband Fernmeldebau (FFB) ist vero als korporatives Mitglied beigetreten und damit Teil des Hauses der Baustoffindustrie in Duisburg geworden.
Der FFB vertritt bundesweit Unternehmen, die im Ausbau, Betrieb und der Instandhaltung moderner Kommunikationsnetze tätig sind.Mit seiner Ausrichtung auf Infrastruktur- und Netzausbau ergänzt er die bestehenden Fachverbände von vero um einen zentralen Zukunftsbereich: die digitale Grundversorgung.
Im Jahr 2025 standen in sämtlichen von der Duisburger Geschäftsstelle betreuten Tarifgebieten Tarifverhandlungen an.Den Auftakt bildete ein Tarifgebiet, in dem nach einem Schlichtungsverfahren eine Einigung erzielt werden konnte.In der Folge schlossen sich die drei Tarifgebiete der Naturstein- und Naturwerksteinindustrie an.Es folgten die Verhandlungen im Tarifgebiet des Betonsteingewerbes Nordrhein-Westfalen sowie in den beiden Tarifgebieten der Sand-, Kies-, Mörtel-, Transportbeton-und Recycling-Baustoff-Industrie.
In allen genannten Tarifgebieten konnten Abschlüsse mit einer Laufzeit von jeweils 24 Monaten erzielt werden.Damit besteht für das Jahr 2026 weitgehend tarifliche Planungssicherheit, da in diesen Bereichen voraussichtlich keine erneuten Verhandlungen anstehen.Ende 2026 begannen darüber hinaus die Tarifverhandlungen für die Ziegelindustrie in den Tarifgebieten „Nord“ und „Nordwest“.
Auch im Berichtsjahr fand turnusgemäß ein Jahresgespräch mit der SOKA-BAU zur tariflichen Zusatzversorgung im Betonsteingewerbe Nordwestdeutschlands statt.Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Zusatzversorgung aktuell auf einer stabilen finanziellen Grundlage steht.Ein unmittelbarer Handlungsbedarf ergibt sich aus heutiger Sicht nicht.
Die von der ECHA vorgesehene Neueinstufung von Recycling-Baustoffen (RC-Baustoffe) als „Stoffe oder Gemische“ würde einen tiefen Eingriff in bestehende Marktstrukturen bedeuten.Bislang als registrierungsfreie „Erzeugnisse“ eingeordnet, drohen RC-Baustoffe künftig umfassenden REACH-Pflichten zu unterliegen.Diese rechtlich zweifelhafte Neubewertung steht im Widerspruch zu den Zielen des Green Deal und gefährdet die wirtschaftliche Umsetzung der Kreislaufwirtschaft, da Hersteller den Verbleib im Abfallrecht in Erwägung ziehen könnten.
Wie in den Vorjahren stand die Beratung der Mitgliedsunternehmen zu Fragen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Fokus.Mehrere Mitglieder konnten dabei erfolgreich und praxisnah unterstützt werden, insbesondere bei der strategischen Positionierung, der Vorbereitung von Presseanfragen sowie der Darstellung unternehmerischer Anliegen in der Öffentlichkeit.
vero versteht sich in diesem Bereich als kompetenter Ansprechpartner und Sparringspartner für seine Mitglieder.Interessierte Unternehmen sind jederzeit eingeladen, das Beratungsangebot in Anspruch zu nehmen und sich bei Bedarf an die Geschäftsstelle zu wenden.
Insgesamt hat vero im Berichtsjahr 13 Pressemitteilungen veröffentlicht.Darin wurden zentrale Themen wie Infrastrukturprojekte, das Sondervermögen der Bundesregierung, aktuelle politische Entwicklungen sowie branchenrelevante Veranstaltungen gezielt an die Presse kommuniziert, um die Sichtbarkeit der Rohstoff- und Baustoffbranche zu erhöhen und die Position der Mitglieder öffentlichkeitswirksam zu vertreten.
Auch innerhalb der Branchen von vero konnten viele Erfolge verzeichnet werden. Die positiven Entwicklungen und Fortschritte verdeutlichen den entscheidenden Wert der Arbeit des Verbandes.
Laut Statistischem Bundesamt stagnierte die gesamtdeutsche Produktion im Bereich Transportbeton in 2025 im Vergleich zum Vorjahr (+0,5 %). Auch der Wert an Transportbeton blieb im vergangenen Jahr etwa auf dem gleichen Niveau wie in 2024 (-0,7 %).
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stagnierte die Baukies- und Bausandproduktion deutschlandweit in 2025 im Vergleich zum Vorjahr (-0,9 %).Wertmäßig ist es zu einem marginalen Anstieg von +1,1 % gekommen.
Im Bereich Quarzsand und Quarzkies ist die Produktion des Jahres 2025 in der Bundesrepublik Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 9,6 % zurückgegangen.Der Umsatz befand sich demgegenüber auf dem Niveau von 2024 (-0,3 %).
Die Asphaltproduktion in Deutschland lag 2024 erneut bei rund 38 Mio.Tonnen und bewegt sich damit auf dem Niveau der vergangenen Jahre.Deutschland bleibt im europäischen Vergleich weiterhin führend.
Europaweit belief sich die Asphaltproduktion 2024 auf rund 269 Mio.Tonnen und blieb gegenüber den beiden Vorjahren weitgehend stabil.Besonders erfreulich ist die hohe Wiederverwendungsrate von Asphalt in Deutschland: Mit 91 Prozent im Jahr 2024 konnte das bereits hohe Niveau nochmals gesteigert werden.Im europäischen Ranking rückte Deutschland damit auf Rang vier vor.
Diese Kennzahlen unterstreichen die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft der Branche – insbesondere im Hinblick auf Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft.
Laut Angaben des Statistischen Bundesamt sind die Produktionsmengen von Naturstein in Gesamtdeutschland im Jahr 2025 um -3,3 % im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.Der entsprechende Wert ist in 2025 verglichen mit 2024 ebenfalls leicht um -0,9 % zurückgegangen.
Veränderung der Natursteinmengen und ihr Wert im vero-Verbandsgebiet.
Umsetzung und Monitoring der EBV in Nordrhein-Westfalen
Das Jahr 2025 war geprägt von der Evaluierung und dem ersten Monitoring der Ersatzbaustoffverordnung (EBV) in Nordrhein-Westfalen. Der Vorstand der Fachgruppe Recycling-Baustoffe sowie die Geschäftsstelle des vero standen hierzu in engem Austausch mit dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNV) und brachten praxisorientierte Rückmeldungen ein.
Der Erlass zum Inkrafttreten der EBV vom 27.Juli 2023 wurde verlängert und ergänzt.Eine von vero mitgestaltete anonyme Mitgliederumfrage diente der Bestandsaufnahme und Folgeabschätzung.
Ende 2025 erschien zudem der Bericht einer landesweiten Probenahme- und Analysenkampagne.Seit Mitte 2025 veröffentlicht das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) die Ergebnisse der Güteüberwachung in einem neuen Online-Portal und stärkt damit Transparenz und Qualitätssicherung.
Die Betonbauteileindustrie ist laut Bundesverband Deutsche Betonbauteile mit etwa 45.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von ca.8,3 Mrd.€ die größte Sparte in der Baustoff-, Steine- und Erden-Industrie.Sie stellt rund ein Viertel der Gesamtbeschäftigung.Mit einem Anteil der Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten von rund 90 % ist die Sparte mittelständisch geprägt.Die benötigten Zulieferstoffe sind weitgehend flächendeckend regional verfügbar.Auch der Absatz der Produkte der Beton- und Fertigteilwerke erfolgt vorwiegend auf regionalen Märkten.Zusammengefasst werden durch die Unternehmen der Betonbauteilindustrie u.a.Betonpflastersteine, großformatige Wand- und Deckenbauteile, Lärmschutzwände, Betonrohre sowie Garagen und andere Gebäude produziert.
Die allgemeinen Einflussfaktoren auf die Baukonjunktur (z.B. konjunkturelle und strukturelle Unsicherheiten, Zinsentwicklung) in Kombination mit der Energiepreisentwicklung haben die Entwicklung der Ziegelindustrie auch im Jahr 2025 geprägt. Nach den Krisenjahren 2023 und 2024 hat vor allem die sich stabilisierende Entwicklung im Wohnungsbau (s. oben) positiv auf die Nachfrage nach Ziegelprodukten gewirkt. Sowohl die Produktionsmengen als auch die entsprechenden Werte weisen bei den mehrheitlichen Produkten einen positiven Trend im Vergleich zum Vorjahr auf.
Am 6. März 2025 trat der Landesplanungsrat Schleswig-Holstein zu seiner vierten Sitzung unter dem Vorsitz der damaligen Innenministerin Frau Dr. Sabine Sütterlin-Waack zusammen. Die Sitzung stand im Zeichen aktueller Entwicklungen der Landes- und Regionalplanung mit unmittelbarer Bedeutung für die rohstoffgewinnende Industrie.
Im Geschäftsjahr 2025/2026 besuchte unser Geschäftsführer Rohstoffe und Umwelt Niedersachsen, Stefan Löbens, zahlreiche Mitgliedsunternehmen von vero, dem Fachverband Ziegel Nord sowie der Fachgruppe Transportbeton/Betonförderer in Niedersachsen und Bremen.
Im Jahr 2025 haben sich im Bereich der Regionalplanung wichtige Entwicklungen ergeben, die aufgrund politischer Entscheidungen auch über die jeweiligen Planungsräume hinaus Wirkung entfalten. Die Kommunalwahl 2025 wird künftig die Zusammensetzung der Regionalräte beeinflussen und damit die Ausrichtung der Regionalplanung maßgeblich prägen.
2025 luden die VhU, die drei Rohstoffverbände und der NABU zu einer Pressekonferenz in den Hessischen Landtag. Im Fokus standen die rohstoffpolitischen Ziele des hessischen Koalitionsvertrags, darunter die Novellierung des Hessischen Waldgesetzes, die Umsetzung der Verfüllrichtlinie und die Hessische Rohstoffinitiative.
Im Vorfeld der Landtagswahl 2026 in Rheinland-Pfalz führte vero bereits 2025 erste Gespräche mit den Parteien. Ziel war es, die Bedeutung der kommenden Legislaturperiode für die Sicherung heimischer Rohstofflagerstätten zu verdeutlichen. Die nächsten fünf Jahre sind entscheidend für die Versorgungssicherheit in der Region.
Im Rahmen seiner Aktivitäten im Saarland konnte der Verband im März 2024 den ersten „Runden Tisch Rohstofffragen“ einrichten. An diesem Format nahmen Vertreterinnen und Vertreter des Landesamts für Umwelt und Arbeitsschutz, des Oberbergamtes Saarland, verschiedener Landesministerien sowie Verbandsvertreter des vero und des VBS teil.
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