Digitale Einbaukarte erleichtert Umsetzung der Ersatzbaustoffverordnung (EBV) in NRW

04.05.2026
Pressemitteilung

Gemeinsame Pressemitteilung:
vero – Verband der Bau- und Rohstoffindustrie
Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Digitale Einbaukarte erleichtert Umsetzung der Ersatzbaustoffverordnung (EBV) in NRW: vero und das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung stellen neues digitales Hilfstool für mineralische Ersatzbaustoffe vor

Am 1. August 2023 ist bundesweit die Ersatzbaustoffverordnung in Kraft getreten. Diese Verordnung regelt erstmals bundeseinheitlich den Einsatz mineralischer Abfälle wie Bauschutt oder Bodenaushub. Mit der Ersatzbaustoffverordnung soll in der Bundesrepublik Deutschland unter anderem die Kreislaufwirtschaft gefördert werden. Zugleich stellt die Umsetzung der Ersatzbaustoffverordnung insbesondere Recyclingunternehmen vor hohe fachliche und organisatorische Anforderungen.

In Nordrhein-Westfalen fallen schätzungsweise jährlich 40 Millionen Tonnen mineralische Bauabfälle pro Jahr, wie beispielsweise Straßenaufbruch, Boden, Steine und Bauschutt, an. Über 94 Prozent werden dabei einer Wiederverwendung vornehmlich im Straßen- und Wegebau zugeführt.

Eine zentrale Anforderung in der Ersatzbaustoffverordnung ist es, den Einbau von Recyclingmaterial zu dokumentieren. vero, Verband der Bau- und Rohstoffindustrie e.V., hat die Nordrhein-Westfalen-Initiative „Innovation in der Bauwirtschaft“ genutzt, um eine neue digitale Einbaukarte für mineralische Ersatzbaustoffe in Nordrhein-Westfalen zu entwickeln. Mit der digitalen Einbaukarte stellt vero ab sofort ein praxisnahes digitales Hilfstool zur Verfügung, das die Anwendung der Ersatzbaustoffverordnung (EBV) deutlich vereinfacht. Das Projekt wurde von dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen mit 141.000 Euro unterstützt.

Ina Scharrenbach MdL, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Recycling und Kreislaufwirtschaft haben in Nordrhein-Westfalen eine große Bedeutung und ein erhebliches Potential. Wenn Rohstoffe im Umlauf gehalten werden können, wird Abfall zur Idee von morgen. Aber: Welcher Ersatzbaustoff darf an welchem Ort eingesetzt werden? Diese Frage ist sowohl für Bauunternehmen als auch für Behörden in der Praxis heute nicht einfach zu beantworten, geschweige denn zu prüfen. Wir sind vero für die Idee, eine digitale Einbaukarte zu schaffen, sehr dankbar. Mithilfe der digitalen Einbaukarte herrscht schnell Klarheit darüber, welche Einbauweise zulässig ist, wo ein bestimmter Baustoff eingesetzt werden kann, oder welcher Ersatzbaustoff an einem bestimmten Ort verwendet werden darf. Das beschleunigt und erleichtert Planungszeiten, stärkt die Kreislaufwirtschaft und schützt gleichzeitig Ressourcen. Das ist Innovation made in Nordrhein-Westfalen.“

Digitale Einbaukarte: Mit wenigen Klicks zum zulässigen Einbau

Die Anwendung bildet die komplexen Anforderungen der EBV kartografisch und anwenderfreundlich ab. Nutzer erhalten mit wenigen Klicks belastbare Aussagen zum zulässigen Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe – unter Berücksichtigung von Einbauweise, Wasserschutzgebieten, grundwasserfreier Sickerstrecke und Bodenart. Gerade für Recyclingunternehmen bedeutet dies einen spürbaren Mehrwert: weniger Unsicherheit, Verbesserung von Disposition und Absatz und eine deutlich effizientere Projektabwicklung.

Die digitale Einbaukarte steht Mitgliedern des vero, zuständigen Behörden, Straßenbauverwaltungen sowie Bauämtern in Nordrhein-Westfalen, zur operativen Umsetzung der Ersatzbaustoffverordnung, kostenlos zur Verfügung.

Berthold Heuser, Vorsitzender der Fachgruppe Recyclingbaustoffe beim vero, betont den praktischen Nutzen der Anwendung: „Die Ersatzbaustoffverordnung ist anspruchsvoll. Mit der digitalen Einbaukarte bieten wir unseren Mitgliedern ein praxisnahes Werkzeug, das Komplexität reduziert und den Einsatz mineralischer Ersatzbaustoffe erleichtert. Damit leisten wir einen konkreten Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Akzeptanz der EBV in der Praxis“.

Effizienz und Innovation für die Bauwirtschaft

vero spricht sich dafür aus, digitale Karten langfristig unter klar definierten Voraussetzungen als zulässige Entscheidungsgrundlage in der Ersatzbaustoffverordnung anzuerkennen. Die Anwendung zeigt, dass digitale Karten eine belastbare Informationsgrundlage bieten. Die Anwendung ist ein entscheidender Schritt in Richtung Digitalisierung, Effizienz und Nachhaltigkeit: Sie vereinfacht die Umsetzung der Ersatzbaustoffverordnung und unterstützt ressourcenschonendes Bauen.

Weitere Informationen digitalen Einbaukarte finden Interessierte unter: einbau.vero-baustoffe.de