Erster Bericht der Studienreihe „Rohstoffmonitoring“ veröffentlicht: Rohstoffbedarf bleibt hoch – Primärrohstoffe unverzichtbar

02.04.2026
Pressemitteilung

Im März 2026 hat das RWI (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung) den ersten Monitoringbericht der Studienreihe „Rohstoffmonitoring“ im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalens (MWIKE NRW) veröffentlicht. Die Analyse liefert wichtige Erkenntnisse zur zukünftigen Rohstoffversorgung und unterstreicht die zentrale Bedeutung einer verlässlichen und leistungsfähigen heimischen Rohstoffindustrie.

 

NRW bleibt auf Primärrohstoffe angewiesen
Die Bau- und Rohstoffindustrie in Nordrhein-Westfalen wird auch in den kommenden Jahren eine tragende Rolle für die Versorgung mit mineralischen Rohstoffen spielen. Die Nachfrage bleibt – getrieben durch Wohnungsbau, Infrastruktur und die Transformation hin zu klimaneutralen Strukturen – langfristig hoch. So wurden 2022 in NRW 59,4 Mio. t Kies, Sand und Ton gewonnen. Auch die Projektionen zeigen, dass sich die Fördermengen weiterhin auf hohem Niveau bewegen. Damit unterstreicht die Studie zugleich die zentrale Bedeutung einer gesicherten Rohstoffversorgung.

 

Recycling ergänzt – ersetzt aber nicht
Die Ergebnisse des RWI-Projektberichts zeigen, dass der Beitrag von Sekundärrohstoffen begrenzt bleibt. Trotz zusätzlicher Potenziale – etwa rund 6 Mio. t bis 2040 im Stoffstrom „Boden und Steine“ – liegt die Sekundärrohstoffquote weiterhin bei etwa 15 % und steigt in den Szenarien nur moderat an. Dem gegenüber steht eine konstant hohe Nachfrage: Allein die Kies- und Sandgewinnung in NRW lag 2022 bei 58,1 Mio. t und bleibt laut Projektionen bis 2035 auf einem hohen Niveau. Positiv hervorzuheben ist, dass die Branche bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leistet und über etablierte Strukturen verfügt, um Recycling weiter auszubauen.

 

Versorgungssicherheit braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer integrierten Rohstoffstrategie: Neben dem Ausbau von Recyclingkapazitäten bleibt die heimische Gewinnung von Primärrohstoffen unverzichtbar. Gleichzeitig zeigen die Szenarien, dass stabile Genehmigungsverfahren, belastbare Daten und eine vorausschauende Planung entscheidend sind, um die Versorgung langfristig sicherzustellen.

 

Fazit

  • Langfristig hoher Rohstoffbedarf: Deutschland benötigt auch in den kommenden Jahrzehnten erhebliche Mengen an mineralischen Rohstoffen.
  • Recycling kann ergänzen, aber nicht ersetzen: Sekundärrohstoffe tragen zur Deckung eines Teils des Bedarfs bei. Ihr Anteil am Gesamtrohstoffbedarf bleibt stabil oder steigt nur moderat, sodass sie Primärrohstoffe nicht umfassend substituieren.
  • Unterschiedliche Szenarien zeigen stabile Bedeutung: In unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungspfaden bleibt der Bedarf an Primärrohstoffen groß.
  • Strukturelle Entwicklungen beeinflussen Sekundärrohstoffaufkommen: Mit der Dekarbonisierung bestimmter Sektoren (z. B. Stahlindustrie) und dem Wegfall industrieller Nebenprodukte sinken auch einige Quellen für Sekundärrohstoffe, was das Potenzial für Substitution zusätzlich begrenzt.

 

Die Studie zeigt: Sekundärrohstoffe können den Rohstoffbedarf sinnvoll ergänzen, die heimische Gewinnung von Primärrohstoffen bleibt jedoch zentral für die langfristige Versorgungssicherheit Nordrhein-Westfalens.